Das war wieder einmal ein ereignisreiches Wochenende. Wie soll ich es sagen: Alle meine Finger sind voller Blasen, meine rechte Schulter hängt jetzt etwas tiefer, mein rechter Arm schmerzt und meine linke Seite tut weh.
Am Donnerstag war die offizielle Abschiedsfeier der ERASMUSler und meine Band „Rein and dehors együttes“ hatte ihren ersten (und quasi letzten – dazu später mehr) Auftritt. Wir haben echt gut gearbeitet und innerhalb von knapp 3 Monaten ein halbstündiges Set auf die Beine gestellt. Es kam super an, auch wenn ich mir die Finger ausgerissen habe, da mein Kontrabass unverstärkt war und nicht wirklich in den Raum getragen hat. Danach gab es noch einen kleinen Jam mit einem Klavier- und einem Mundharmonikaspieler. Leider gibt es keine Aufnahmen, außer einem kleinen Handyvideo von unserem „Lambada“. Welches wohl einer unserer unkreativsten Stücke war, allerdings kam es am besten an. Das haben wir bestimmt 10 Minuten lang in Scheife gespielt. Unsere (eigentliche) Instrumentierung war übrigens: Violine
, Saxophone
, Gitarre
, Kontrabass
und abwechselndes Singen (2 Deutsche, 2 Franzosen). Ob ich wohl wieder so eine coole Band finde, wenn ich erst mal wieder in Berlin bin?
Zuvor hatte ich noch einen knapp 45 Minütigen Auftritt mit meiner ungarischen Volksmusikgruppe (furchtbare Assoziation zu bayrischem Musikantenstadl…). Wir haben Széki (Region in Rumänien, ehemals Ungarn) gespielt. Darunter széki magyar, széki lassú und csárdás. Im Publikum kam nur letztere Musik gut an, da die anderen beiden sehr gewöhnungsbedürftig sind. Ich mache da niemandem einen Vorwurf, denn mit ging es vor 3 Monaten, als wir damit angefangen haben, genau so. Aber inzwischen verstehe ich es und es ist wunderschön. Allerdings haben es meine Kollegen nicht nachvollziehen können, als ich schon vor dem Konzert meinte, dass die Ausländer den magyar und lassú nicht mögen werden. Es war trotzdem ein klasse Konzert und wir haben für ende Juni ein weiteres geplant, diesmal in einer echten ungarischen Kneipe. Da wird das Publikum kritischer sein, aber wir üben weiter, also werden wir noch besser sein. Besetzung: primás
, kontrás
és csellista
. Wir haben auch einen Probenmittschnitt, damit man eine Vorstellung davon bekommt, allerdings weiß ich nicht, wie ich ihn online stellen kann. Vorschläge?
Der Höhepunkt des Abends (für mich) war die Taufe. Es war nötig, denn ich meinte, dass mein erstes Konzert mit meinem Kontrabass auch der Tag der Namensgebung sein muss. Die Sektflasche habe ich meinem Freund nach langer Überlegung doch nicht gegen den (gerade geflickten) Rumpf geknallt, sondern habe ihn, wie bei einer Kindestaufe damit nass gespritzt. Allerdings habe ich es gleich danach abgeleckt, damit sein Lack nicht beschädigt wird. Also mein treuer, gebrechlicher und schwerer Weggefährte heißt ab sofort und auf ewig:
Anja Frieda M.Á.
Wieso er eigentlich so heißt, bleibt mein kleines Geheimnis. Allerdings empfehle ich folgenden Link zu meinem Beitrag vom 14.03.07. Und eine schöne Sache noch, denn wenn man den Namen ins Deutsche übersetzt, heißt er:
„mächtige Gebieterin über Frieden und Gunst“
Dies war allerdings nicht mein Auswahlkriterium. Momentan benutze ich Frieda als Rufname, aber ich denke, das wird sich noch öfter ändern.
Da Louis aka Lajos (der französische Saxophonist) am Sonnabend wieder nach Hause fuhr, haben wir uns entschlossen auch gleich noch am Freitag zu spielen. Dazu waren wir auf der Margit sziget (Margarethen Insel) und haben dort sicher 4 h rumgehangen, gespielt , gefeiert, gequatscht. Und danach sind wir (und ich mit dem Bass auf dem Rücken) entlang der Donau bis auf den Gellért hegy (Gellert Berg) geklettert (1,5 h zu Fuß), weil dort noch andere Musiker auf uns warteten:
Akkordeon, Djembe, 2 weitere Gitarren. Das lustige war, dass die Gruppe mit knapp 20 Leuten losgelaufen ist, aber nur 6 angekommen sind. Der Rest hat aufgegeben und ein Konzert und Tanz bis zum Morgengrauen verpasst. Es war echt lustig und eine wunderbare Nacht. Sowas sollte man öfter machen.
Na, also soviel dazu. Wenn ich wieder in Berlin bin suche ich eine nette Jazzband, wer Interesse hat…
