Attila Fritzsch in Ungarn!

14.März.2007

Kontrabass im Krankenhaus

Gespeichert unter: News — Attila @ 1:08

Meinem Baby geht es wieder gut, er wurde operiert und ist inzwischen wieder auf den Beinen. Es folgen nur noch ein Paar SchönheitsOPs, um den Klang zu verbessern. Ich habe Fotos bekommen, wo er gerade offen auf dem Tisch liegt und wollte sie mit allen teilen, wann sieht man schon mal einen offenen Kontrabass. Also:

Kontrass mal anders. Die Front von hinten mit geklebtem Riss.

Ab Donnerstag wird mein Freund wieder an meiner Wand lehnen und einen Teil meines Lebens ausfüllen.

Ich bin immer mehr der Überzeugung, dass mein Kontrabass einen Namen verdient. Immerhin haben wir schon unsere erste Beziehungskrise überlebt. Dazu habe ich schon folgendes beschlossen:

  • Es muss ein Frauenname sein: Auch wenn es DER Kontrabass ist und ich einsehe, dass, neben „die Violine“ und „das Cello“, „der Kontrabass“ eine Familienfunktion hat und auch noch männlich tief klingt, wird er z.B. im Französischen „la contrebasse“ genannt und weist einfach eine so schöne hüftbetonte Figur mit glatter Haut und einem weichen Klang auf. Außerdem sehe ich nicht ein, warum ich einem Horst oder Bernd in die Seiten (Saiten) greifen soll…
  • Obwohl er einen weiblichen Namen trägt, werde ich immer noch „er“ zu ihm sagen, um seine männliche Seite (diesmal wirklich Seite, nicht Saite) zu unterstreichen und mich von einem liebespaarähnlichen Verhältnis zu distanzieren. So wird auf einer gleichberechtigten Ebene klar gestellt, wer hier wen im Griff hat.
  • Es soll kein englischer Name sein: Ich bin gegen Anglizismen (hab ich von den Ungarn)! Außerdem stehe ich zu meinen Wurzeln und muss mich nicht hinter wohlklingenden Fremdwörtern verstecken. Wichtig ist noch, dass hier „Wurzeln“ sowohl ungarisch, als auch deutsch sein können.
  • Es soll kein veralteter Name sein: Er soll fidel und jung klingen und dennoch seine Würde und Ausgeglichenheit unterstreichen.
  • Es muss kein „wirklicher“ (i.e. eingetragener) Name sein. Auch Worte, wie „Sonnenblume“ (Brainstorming-Gewinner* von gerade eben) und Neukreationen sind in Erwägung zu ziehen. Alle Worte mit männlichem oder sächlichem Genus sind, wie bereits erwähnt, auszuschließen.
  • Die Taufe wird mein und sein erstes Konzert werden, damit genügend Zeit zur Namensfindung bleibt.

Beim Betrachten der Liste wird mir klar, dass ich noch nicht bereit bin, Namen für Menschen auszusuchen.

*Brainstorming: Ich weiß, dass das ein Anglizismus ist, von dem ich mich gerade distanzieren wollte, aber „Gehirnstürmen“ klingt doof und ist nicht assoziativ zu der gewollten Bedeutung. Ich möchte lediglich den Weg hin zu den deutschen Worten und dem Mut zur Neuschaffung und Etablierung einschlagen.

3 Kommentare »

  1. Was hälst Du von Kunigunde? Klingt männlich, ist aber nicht: „der“ Kuni als Kosename klingt nicht schlecht….

    Kommentar von Kata — 17.März.2007 @ 0:25

  2. Find ich nicht schlecht…….wahlweise wären noch Brunhilde oder Eleonore (oder eine leicht abgewandelte Form davon) in Betracht zu ziehen. :D

    Kommentar von Jo — 22.März.2007 @ 17:05

  3. Mh gar nicht schlecht. Kuni klingt echt gut. Ich dachte in letzter Zeit sehr viel über Anja nach. Im ungarischen heißt anya nämlich Mutter. Nicht gerade ein männlicher Frauenname, aber gerade weil er so abwegig und normal ist, gefällt er mir ganz gut. Außerdem kann ich den Namen auf eine ungarisch-deutsche Art rechtfertigen.

    Kommentar von Attila — 25.März.2007 @ 12:28


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