Attila Fritzsch in Ungarn!

22.März.2007

Sziget Festival

Gespeichert unter: Uncategorized — Attila @ 0:49

Ich habe beschlossen für eine Woche (08.-15.08.07) auf das Sziget Festival zu gehen und suche noch (mir bekannte – das ist meist das Problem an Blogs) Mitstreiter. Der Punkt ist dass wir das bis sagen wir 10.April in Sack und Tüten haben müssen, weil dann die Tickets billiger sind.

Alle Infos findet Ihr hier:

http://www.sziget.hu/festival_german

Mehr werd’ ich gar nicht sagen. Schickt mir einfach ‘ne Mail, wenn Ihr mitfeiern wollt. Wenn keiner Lust hat, dann feier ich eben mit den ganzen Ungar(n/innen!) alleine…

14.März.2007

Kontrabass im Krankenhaus

Gespeichert unter: News — Attila @ 1:08

Meinem Baby geht es wieder gut, er wurde operiert und ist inzwischen wieder auf den Beinen. Es folgen nur noch ein Paar SchönheitsOPs, um den Klang zu verbessern. Ich habe Fotos bekommen, wo er gerade offen auf dem Tisch liegt und wollte sie mit allen teilen, wann sieht man schon mal einen offenen Kontrabass. Also:

Kontrass mal anders. Die Front von hinten mit geklebtem Riss.

Ab Donnerstag wird mein Freund wieder an meiner Wand lehnen und einen Teil meines Lebens ausfüllen.

Ich bin immer mehr der Überzeugung, dass mein Kontrabass einen Namen verdient. Immerhin haben wir schon unsere erste Beziehungskrise überlebt. Dazu habe ich schon folgendes beschlossen:

  • Es muss ein Frauenname sein: Auch wenn es DER Kontrabass ist und ich einsehe, dass, neben „die Violine“ und „das Cello“, „der Kontrabass“ eine Familienfunktion hat und auch noch männlich tief klingt, wird er z.B. im Französischen „la contrebasse“ genannt und weist einfach eine so schöne hüftbetonte Figur mit glatter Haut und einem weichen Klang auf. Außerdem sehe ich nicht ein, warum ich einem Horst oder Bernd in die Seiten (Saiten) greifen soll…
  • Obwohl er einen weiblichen Namen trägt, werde ich immer noch „er“ zu ihm sagen, um seine männliche Seite (diesmal wirklich Seite, nicht Saite) zu unterstreichen und mich von einem liebespaarähnlichen Verhältnis zu distanzieren. So wird auf einer gleichberechtigten Ebene klar gestellt, wer hier wen im Griff hat.
  • Es soll kein englischer Name sein: Ich bin gegen Anglizismen (hab ich von den Ungarn)! Außerdem stehe ich zu meinen Wurzeln und muss mich nicht hinter wohlklingenden Fremdwörtern verstecken. Wichtig ist noch, dass hier „Wurzeln“ sowohl ungarisch, als auch deutsch sein können.
  • Es soll kein veralteter Name sein: Er soll fidel und jung klingen und dennoch seine Würde und Ausgeglichenheit unterstreichen.
  • Es muss kein „wirklicher“ (i.e. eingetragener) Name sein. Auch Worte, wie „Sonnenblume“ (Brainstorming-Gewinner* von gerade eben) und Neukreationen sind in Erwägung zu ziehen. Alle Worte mit männlichem oder sächlichem Genus sind, wie bereits erwähnt, auszuschließen.
  • Die Taufe wird mein und sein erstes Konzert werden, damit genügend Zeit zur Namensfindung bleibt.

Beim Betrachten der Liste wird mir klar, dass ich noch nicht bereit bin, Namen für Menschen auszusuchen.

*Brainstorming: Ich weiß, dass das ein Anglizismus ist, von dem ich mich gerade distanzieren wollte, aber „Gehirnstürmen“ klingt doof und ist nicht assoziativ zu der gewollten Bedeutung. Ich möchte lediglich den Weg hin zu den deutschen Worten und dem Mut zur Neuschaffung und Etablierung einschlagen.

12.März.2007

Party

Gespeichert unter: Beobachtungen — Attila @ 1:38

Um mal einen kleinen Eindruck in das Erasmusleben zu geben, habe ich hier einige Foto (von, wie immer, schlechter Qualität) vom Donnerstagabend.

Es ging los mit dem „hungarian evening“, wo der ausgeschenkte Palinka einigen Amerikanerinnen schon die Beine unter den Füßen weggezogen hat. Das Bild zeigt die Versammlung, um einem Tanzpaar beim ungarischen Volkstanz zuzuschauen.

Vorführung ungarischer Volkstanz beim

Von da aus ging es geradewegs zu einer dieser berühmt berüchtigten „Flatpartys“. Als wir da ankamen waren schon knapp 30 Leute da, wir waren nochmal 20 und es kamen später noch mehr. Hier ein Foto aus der Küche (ja, die besten Partys gibt es immer in der Küche, auch weil ich so den Striptease verpasst habe).

Aus der Küche einer

Nun könnte man ja behaupten, das sei wie bei uns in Berlin, wenn wir wiedermal eine unserer WG-Partys machen, aber der Unterschied liegt in dem excessiven Alkoholgenuss und dem Sprachenkauderwelsch, in der darauf beruhenden Oberflächlichkeit der Gespräche und einem nicht auszuhaltenden Lärm- und Qualmpegel.

Es war eine Dreier-WG, aber nur ein Raum war zur Verfügung gestellt worden. Nun muss man sich mal vorstellen, dass doch tatsächlich 70 Menschen in diesem Zimmer standen und sogar tanzten! Zum Glück bin ich nicht der Statiker, der dieses Haus gebaut hat, sonst hätte ich richtig weiche Knie gekriegt. und zum Glück war ich in der Küche.

Besonders lustig wurde es, als wir dann alle so gegen 4 wegen drohender Ruhestörung vorsorglich rausgeschmissen wurden (Der arme Portugiese, dessen gemütliche Geburtstagsparty es eigentlich werden sollte, war ganz blass und müde).

Vor dem Haus bildete sich innerhalb von Minuten ein Menschenauflauf ähnlich einer Straßendemonstration. Und wie große Menschenmengen eben sind (id est träge, unentschlossen und schwierig zu führen), standen wir dort auch noch eine gute 3/4 Stunde rum. Hier zwei Beweisfotos:

Afterparty auf der Straße Nahaufnahme zum Leidwesen der Schärfe

Der Mob machte sich irgendwann lauthals und geschlossen auf den Weg in eine Disco. Allerdings wurden wir an jeder Straßenecke weniger, bis ich zum Schluss noch mit zwei handvoll Leuten am geplanten Ziel ankam. Das „Livingroom“ war aber gerade am Schließen und wir verloren auch noch die zweite handvoll. Nach einigen weiteren Einigungsversuchen gingen wir dann auch selbst verloren.

Fazit: Auch wenn ich inzwischen so gut wie gar nicht mehr über Partys berichte, sind sie doch ein fester Bestandteil meines Alltags und so negativ ich auch über diese Zusammenkünfte berichten möchte, so wichtig sind sie mir auch. Alles andere wäre gelogen. Man trifft immerhin Menschen aus der ganzen Welt, einige Beispiele:

  • Ein australischer Jurist, der zufällig bei einer Europatour vor einigen Jahren in Budapest hängen geblieben ist, weil er einfach keine Lust mehr hatte, weiter zu reisen. Und nun natürlich wegen einer Frau einen Job in Budapest annehmen wollte. Nachdem er mit der vermeintlichen Bestätigung des Jobs in der Tasche sein Ticket von Australien nach Budapest gebucht hatte, kommen direkt hinter einander 2 Mails: 1. „Wir werden unsere Kanzlei in Budapest doch nicht eröffnen und benötigen somit ihre Arbeitskraft nicht.“ 2. „Jetzt da du für länger hier sein wirst, muss ich dir sagen, dass ich bereits einen festen Freund habe.“ Ich habe ihn das erste mal in Anzug und Krawatte kennengelernt, da er gerade zuvor noch ein Bewerbungsgespräch hatte.
  • Ein Deutscher auf der Durchreise: Er plant 2 Jahre, um nach Indien zu laufen und ist davon schon 2 Monate in Budapest versackt: „Es ist eine geile Stadt.“ Am Abend unserer Bekanntschaft hatte er 5 Frauen um sich rum, die alle andächtig seinen Geschichten lauschten. Na die werden sich wundern, was der Knabe zu berichten hat, wenn er erst einmal durch Kasachstan durch ist. Achso, er ging an dem Abend nicht alleine nach Hause.
  • Eine Engländerin mit indischen Vorfahren hat sich in die ungarische Sprache verliebt und lebt nun hier, um ungarisch zu lernen. Nach einigen Worten musste ich erschrocken feststellen, dass man in 1,5 Jahren auch etwas mehr hätte lernen können.
  • Eine Irin, ein Engländer und ein Amerikaner (klingt wie ein Anfang von einem Witz), die in einer Kneipe an einem Tisch sitzen und sich bauchhaltend ihre Sprachunterschiede vergegenwärtigen. Die Irin meinte zu mir: „Dein texanisch-deutscher Akzent ist echt einmalig.“ Sie waren übrigens alle drei in Budapest, um als Sprachlehrer für englisch ausgebildet zu werden.
  • Eine Jazzband, die bis auf den Bassisten alle Ausländer waren. Sie waren alle Lehrer für irgendwelche Sprachen. Auf die Frage, wieso sie in Budapest waren, hatte allerdings keiner eine Antwort.

Einwas hatten aber bisher alle gemeinsam: Keiner konnte sich vorstellen in Budapest zu bleiben. Sie waren lediglich für eine gewisse Zeit hier, auch wenn dieser Ausspruch sehr dehnbar scheint. Immerhin genießen alle die Station Budapest in ihrem Zug des Lebens, auch ich.

Zum Schluß: Je mehr Menschen und ihre Schicksale man aus der Welt kennen lernt, um so kleiner scheint diese, unsere Welt zu werden.

8.März.2007

Stundenplan

Gespeichert unter: News — Attila @ 2:44

<– ist dieses Wort eigentlich veraltet? Es fühlt so falsch an…

Ich habe meinen Stundenplan für das zweite* Semester online gestellt! Alles Weitere und alle Erklärungen befinden sich wie immer

hier (oder rechts).

*eigentlich ist es ja das achte. Komisch, ich sage immer: „Mein zweites Semester“. Kommt vermutlich aus dem Ungarischen, da benutze ich nämlich das Wort „Halbjahr“ (félév), was Sinn macht. Ich glaube ich bin mitten in der Sprachkatastrophe. Es kommt schon mal vor, dass ich beim Blogschreiben die deutsche Phonetik mit ungarischen Buchstaben (be)schreibe. Mir kommt die deutsche Rechtschreibung im Vergleich zu der ungarischen momentan völlig unpraktisch vor.

4.März.2007

Französische Erfindung

Gespeichert unter: Beobachtungen — Attila @ 16:58

Man kann sich kaum vorstellen, wie ich mich über diese Erfindung gefreut habe. Die Franzosen sagen, dass sie das schon seit Ewigkeiten benutzen.

Französisches Patent für Gurkengläser

Es ist ein Gitter mit einem Griff dran, so dass man die Gurken ohne Gabelgestochere aus dem Glas bekommt!

Mülleimer

Gespeichert unter: Beobachtungen — Attila @ 16:53

Ich habe mich oft gefragt,wo die alten berliner Mülleimer abgeblieben sind. Ich weiß es jetzt:

orangene Mülleimer jetzt in Budapest

Besonders schön ist, dass das Mülleimermänchen noch drauf ist. Ich habe es wirklich vermisst. Ein lustiger Gedanke ist, wie sie die nach Budapest gekriegt haben…

Problem ist, dass es in manchen Straßen mehr

Hundemülleimer für Exkremente, nicht für Hunde...

Hundemülleimer (für Exkremente, nicht für Hunde) gibt, als normale Müleimer.

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