Attila Fritzsch in Ungarn!

21.Dezember.2006

Ein Projekt

Gespeichert unter: News — Attila @ 4:19

Einige der Ungarn haben von meinem Blog windgekriegt. Ich solle doch auch auf ungarisch schreiben, also bitte, es ist wenigstens einen Versuch wert:

fritzschattila.wordpress.com

Am Anfang werde ich diesen zweiten Blog, wie einen Spiegel behandeln. Soll heißen, ich werde übersetzen oder vielleicht die Sichtweise tauschen, das wird sich noch zeigen. Leider haben nicht sehr viele die Möglichkeit das zu überprüfen. Pech! (Sorry)

19.Dezember.2006

Kleine Dinge 05

Gespeichert unter: Beobachtungen — Attila @ 16:06

Das kleine grüne Buch erzählt:

  • engyenlö (ich dachte immer, es sei ein nuschlig ausgesprochenes „egyelöre“. Letzteres heißt: „fürs erste“ oder „einstweilen“. Ersteres ist mir immer in der turbulencia és modellezése Vorlesung begegnet und heißt „gleich“ im Sinne eines Gleichheitszeichens. Nun der Witz is, dass mir die Modellierung der turbulenten Strömungen ganz schön beliebig schien, da ich den Professor so verstanden habe: „Also A ist einstweilen ersteinmal B“ (und weiterdachte: später also nicht mehr), aber eigentlich meinte er: „A=B“)
  • Rolltreppenm(a)dley (Ich habe mal über eines der größten Probleme von Rolltrebeningenieuren gelesen, welches da ist, dass die Menschen immer auf einer Seite stehen und auf der anderen gehen. Damit ist die Belastung dauerhaft einseitig und das ein großes Konstruktionsproblem, resultierend in stehenden Rolltreppen. Die budapester Metro hat dazu eine Lösung parat. (Das war mal eine lange Vorgeschichte.)  In jedem Aufgang der Metro sind 4 Rolltreppen nebeneinander angeordnet. Es ist (auch nach längerem Studium) nicht möglich eine Struktur zu entdecken, aber sie lassen jeweils eine (willkürlich gewählte?) nach oben fahren und eine nach unten, während die anderen beiden stehen. Ich habe einmal gesehen, wie sie die „Spur“ wechseln. Sie schalten eine ein und die andere sperren sie, um sie kurz darauf, wenn alle auf dem Band befindlichen Personen unten sind, abzuschalten. Zu Stoßzeiten (z.B. morgens um 8 Uhr) wird an den entsprechenden Bahnhöfen eine zusätzliche Rolltreppe dazugeschaltet. Je nachdem, ob es zu dem Zeitpunkt ein Einsteige- oder Austreigebahnhof ist, wird die Richtung dieser bestimmt. Das ist ja alles ganz nett, aber die Ungarn verstehen nicht viel von „rechts stehen, links gehen“. Sie sind nicht mal, wenn du es einig hast, bereit, dich durchzulassen! Viele gehen deshalb auf der stehenden Rolltreppe zu Fuß, aber ohne Erfolg, das macht sie auch nicht schneller, nur erschöpfter. Lange Rede kurzer Sinn: Das Problem des Rolltreppeningenieurs wurde erfolgreich bekämpft, obwohl es hier überhaupt nicht existier.)
  • Notiz an mich selbst: Ich führe Tagebuch! (Das habe ich noch nie gemacht)
  • Ich liebe ungarischen Espresso, aber ich hatte schon seit Ewigkeiten keinen guten Latte mehr!
  • Milchschlauch (mit Milch drin) als Trinkpäckchen (ist durchaus üblich, obwohl ich die Dinger nicht mal im Haushalt mag. Man stelle sich vor, daraus (ohne extra Behälter) zu trinken. Man muss es immer festhalten, weil es ja nicht von selbst steht und es ist nicht trivial diesen Schlabberschlauch vollständig mit den Lippen zu umschließen. Auch saugen geht schlecht. Naja, wem’s gefällt… Ich mag Milch, aber aus Pappbehältern!)
  • Verschiedene automatische Türschließansagen in der Metro (Das hat wirklich lange gedauert, bis ich das (bewusst) wahrgenommen habe. Immer, wenn die 2.Ansage kam, war ich irritiert, warum der Mensch etwas anderes sagt, als was ich erwartet habe. Aber bei der nächsten Station hat er das mir Bekannte gesagt. Ich war beruhigt und hielt es für ein Gehirngespinnst. So bin ich sicher 2 Monate mit der Metro gefahren ohne zu verstehen, warum ich regelmäßig irritiert bin. Inzwischen habe ich rausgefunden, dass er jede 2.Station eine andere Ansage hat. Allerdings ist mir noch nicht gelungen zu verstehen, was er sagt.)
  • Es gibt kein Bier beim Dönermann (der hier übrigens Gyrosmann heißen müsste.)
  • Atomphysiker getroffen (auf der Straße, er war hackedicht. Hat mich angesprochen, weil er glaubte ich hätte ein Gordon (ungarisches Volksmusikinstrument, Wiki sagt: Schlagcello) auf dem Rücken (es war der E-Bass). Er erklärte mir er sei total unmusikalisch. Ich habe ihm Kippen gekauft und wir haben gequatscht, er wollte mich adoptieren. Er hat erzählt, dass er arbeitslos ist, aber noch nicht obdachlos, sehe aber keine Möglichkeit wieder einzusteigen, da er schon 50 ist (mal davon abgesehen, dass er nach Alk riecht und aussieht wie 60 (Männer lügen über ihr alter, oder?)). So läuft er also besoffen durch die Straßen und erzählt allen, dass er weiß, wie man eine Atombombe baut… beängstigend. Achso noch was: ich musste ihm meinen deutschen Perso zeigen, weil er mir nicht glaubte, dass ich Deutscher bin. Danach hat er mir ungarische Gedicht vorgetragen, weil er meinte es seien die schönsten der Welt und ich müsse sie unbedingt lernen. Ich habe es in Erwägung gezogen, seinem Rat zu folgen.)

Fertig

Gespeichert unter: News — Attila @ 15:14

Somit ist dieses (Kalender-)Jahr erfolgreich überstanden. Ich habe heute morgen meine erste Prüfung auf ungarisch geschrieben. Ich habe mich ein wenig, wie im Französisch-Unterricht gefühlt. Vieles was man sagen wollte, musste man nachschlagen und um die Grammatik hat man sich einfach nicht gekümmert. Die werden ordentlich was lachen, wenn sie es kontrollieren! Morgen weiß ich schon das Ergebnis!
Also Bilanz: Ich habe bisher eine 4 und zwei 5er gekriegt! Und da bin ich ziemlich stolz drauf!

…achso, ich habe vergessen zu sagen, dass 5 das beste ist, so wie bei uns die 1…

Gestern hatte ich ein famoses Konzert mit dem Jazzchor. Ich fühl mich in dem Chor inzwischen so wohl, dass ich mich sogar traue mitten im Konzert witzig zu sein! Ich habe mir bei Jingle Bells (verjazzt natürlich), als alle Nikolausmützen aufgesetzt haben, meinen Bart mit Mehl weiß gefärbt. Die Idee hatten wir schon eine Weile, aber es hat niemand geglaubt, dass ich es wirklich mache. War ein heiden Spaß! Und das restliche Konzert auch! Die Erasmusler, die da waren, fanden es „f…ing amasing“!

Wir sehen uns zur Pute Premiere! (Wer nicht weiß, was das ist, erfrage es bei mir. Ich werde die Daten nicht online stellen, sonst könnte ich Thomas mal gern haben)

18.Dezember.2006

Oh du..

Gespeichert unter: News — Attila @ 17:19

Es sind die ersten Tage der letzten Woche vor Weihnachten.

Und seit heute (id est seit gerade eben) ist das Ende endlich greifbar. Heute Abend ist ein großes und großartiges Konzert meines Jazz Chores. 25 Stücke in 1,5 Stunden. Ich freu mich riesig. Und morgen dann die Kür im Sinne einer großen Prüfung. Es ist die selbe Schlacht wie letzten Donnerstag, aber diesmal werde ich siegen! Danach noch eine Party, ein Konzert, ein Besuch bei Oma und schon bin ich in Berlin.

Ich hatte ja den ganzen Dezember durch, überhaupt nicht an Weihnachten gedacht. Es ging irgendwie an mir vorbei. Dafür ist es jetzt um so intensiver.

Ein weinendes Auge bleibt: Ich kann Weihnachten und vor allem Neujahr nur an einem Ort feiern, obwohl ich gerne Silvester in Budapest verbracht hätte.

Allerdings halte ich mindestens 25 lachende Augen dagegen!

15.Dezember.2006

Eine verlorene Schlacht…

Gespeichert unter: News — Attila @ 3:12

…macht noch keinen verlorenen Krieg!

Habe die Prüfung frühzeitig beendet. Mir fiel einfach nichts ein! Außerdem wollten die, dass ich alle Gleichungen, die ich numerisch vereinfachen gedachte, erst einmal herleite, oder wenigstens aus dem Kopf aufschreibe. Darauf war ich nicht vorbereitet. Somit habe ich meine erste im Studium versemmelte Prüfung! Ich konnte nach den anderen beiden geschriebenen Prüfungen nicht einmal mehr das aus meinem Kopf raus kriegen, dass ich eigentlich gelernt hatte.

Aber! (Es muss ein Aber folgen!)

Aber es ist niemand zu schaden gekommen. Mein Heer steht noch unverletzt, auch wenn demoralisiert.

Die Prüfung kann ohne Konsequenzen neu geschrieben werden. Also halb so wild, nur mein Ego musste einstecken.

PS: Die Hausarbeit war nicht so ein Spaß, wie gedacht. Ich gebe heute auch an dieser auf. Bin einfach zu müde. Die Berechnung will einfach nicht konvergieren. Wenn ich nur wüsste, woran das liegt…

14.Dezember.2006

Letzter Angriff in X – 60 Minuten.

Gespeichert unter: News — Attila @ 16:22

Ich sitze also hier im Computerpool, um auch noch die letzten grauen Zellen mit Farbe zu füllen, aber ich kann einfach nicht mehr. Habe heute schon 2 Prüfungen hinter mir und beide (meiner Meinung nach) sehr gut gemacht, aber nun kommt die fiese dritte! Sie wird meine erste Prüfung auf ungarisch sein und ich muss ehrlich gestehen, dass ich besorgt bin. Ich hoffe ich darf ein Wörterbuch benutzen. Naja, noch genau eine Stunde bis zum Anfang vom Ende! Ich weiss ja nicht mal, was ich lernen soll. Meine Kommilitonen meinten sie schauen sich mal schnell vor der Prüfung das Material an, aber wie soll ich Vokabeln lernen, wenn ich nicht einmal weiss, was dran kommt.

Freu mich schon auf heute Nacht, dann darf ich nämlich auf deutsch meine Hausarbeit ausarbeiten und das ist ein völlig ironiefrei gemeint!

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