Chan Yong, darf ich dich bitten meinem Blog einen Beitrag hinzuzusetzen?
Ja, natürlich ! Fühle mich sehr geehrt hier was schreiben zu dürfen …
Also gestern (Samstag) bin ich im wunderbaren Budapest, Terminal 1 angekommen. Dann ging es mit Bus, U-Bahn und Tram zu Attilas Studentenbude. Die Planung für den Abend stand nach ausführlichen Internet-Recherchen auch sehr bald fest und wir sind zum Balkán Hangja im Szabadidöközpont gefahren. Übersetzt heißt das so viel wie Balkan-Klänge im Freizeit-Treffpunkt. So genau wussten wir nicht, was uns erwarten würde.
Tja, das ganze fing mit Tanz-Vorführungen von Männern und Frauen in den entsprechenden Landestrachten an. Rumänen, Bulgaren, Slowenen, u.s.w. Hatte irgendwie was von Musikantenstadl… Das interessante war, dass doch ne menge junger Leute da waren, die man dort einfach nicht erwartet hätte (wir waren ja schließlich auch da !). Bei all den Vorführung konnten wir ne echt interessante Beobachtung machen: Der bekannte, ich nenne ihn mal isotropen Applaus nach der Aufführung, wurde immer nach ca. 10 Sekunden zu einem homogenen Applaus im absoluten Gleichtakt! Absolut spontan, aber dennoch haben alle im gleichen Moment damit angefangen. Wir waren einfach fasziniert.
Nach diesen Vorführungen fing dann die eigentliche Party an. Die Stühle im Saal wurden weggeräumt und Bands spielten Klänge aus Griechenland, der Türkei, Rumänien u.s.w. Das war dannwahrscheinlich auch der Grund warum hier auch jüngere Leute (aufgedonnert wie in der Disco!) waren. Wir wussten einfach nicht, was hier ablief. Fast sämtliche Leute standen auf der Tanzfläche und tanzten gemeinsam, Hand in Hand, zu der Live-Musik. Quasi der ganze Saal war in Bewegung. Das Phänomen: Wieder wussten alle, welche Tanzschritte sie machen mussten. Zunächst standen wir ein wenig ratlos am Rande des Treibens. Das lustige war, dass uns auch die anderen umherstehenden Leute nicht sagen konnten, was da genau getanzt wird (A Propos sagen: die meisten konnten Deutsch sprechen, Englisch sowieso !). Also: nichts wie rein ins Getümmel! Das war absolut super.
Man musste einfach auf die Füße der anderen gucken und dann nachmachen. Blöderweise hat man meistens erst am Ende des Stückes die Schritte verinnerlicht, so dass man dann beim folgenden Stück wieder völlig ratlos war, da hier wieder alle anderen irgendwelche komplett verschiedenen Schrittkombinationen benutz haben. Wir haben aber immer wieder ein aufmunterndes „das wird schon“, und „beim nächsten mal klappts schon“ gehört…
Alles in allem ein absolut wunderbarer Abend mit wunderbar freundlichen und aufgeschlossenen Menschen! Sowas müsste man bei uns in Berlin auch mal machen.
