Attila Fritzsch in Ungarn!

16.November.2006

Kleine Dinge 04

Gespeichert unter: Beobachtungen — Attila @ 12:32

Das kleine grüne Buch erzählt:

  •  “r“ mit 3 Zungenschlägen (Bei der Generalprobe zum Verdi Requiem sagte der Dirigent zum Chor, er solle doch nicht so viel „r“ (das Zungenrollen-“r“) in das Wort „Requiem“ legen. Er meinte, ein richtiges ungarisches „r“ (und das ist genau das, was man beim singen auch braucht) habe genau 3 Zungenschläge. Ich habe es ausprobiert, er hat recht! Mit weniger Hüpfern geht es nicht und mit mehr klingt es komisch.)
  • Atemdampf im Nachtbus (die Busse sind hier anscheinend nicht alle geheizt, was verständlich ist, schaut man sich einmal die Türen genauer an. Die sind am Rand bei der Gummidichtung voller Löcher. Allerdings ist mir ein zu kalter Bus lieber, als ein (wie normalerweise hier) viel zu überheizter Bus. Die Heizungen sind nämlich bei den Füßen und ich hatte schon sehr oft das Bedürfnis meine Schuhe auszuziehen.)
  • Ungarn kennen es nicht, wenn jemand ihre Sprache „fremd“ spricht. (Es ist doch so, dass kaum einer ernsthaft ungarisch sprechen lernt. Mir passiert es immer öfter, dass Leute zu mir meinen, es sei so schön, wie ich die Sprache auf den Kopf stelle und dass sie das überhaupt nicht kennen. Die meisten Ungarn diskutieren sehr gerne über ihre Sprache und die Herkunft und Bedeutung der Worte und Redewendungen.)
  • Es erkennt kaum einer sofort, dass ich nicht Ungar bin. (Letztens musste ich sogar meinen Perso zeigen.)
  • Ungarn haben bisher auf jedem Konzert rhythmisch geklatscht und das schon beim ersten Verbeugen und das ohne Zugabe. (Wenn ich anfange rhythmisch zu klatschen, dann erwarte ich doch auch eine Zugabe. Hier ist es eher Usus für ein gutes Konzert in ein Gleichklatsch zu verfallen. Eigentlich kann ich das ja überhaupt nicht leiden, aber es hat eine schöne Dynamik, wenn sie gemeinsam schneller und langsamer werden.)
  • Es kann beim Wangenkuss immer nur einer die Wange wirklich küssen. (…)
  • Mit Stäbchen essen, danach die Suppe. (Ich habe mich oft gefragt, wie Chinesen auch das letzte Reiskorn aus ihrem Schälchen kriegen, ohne vor Fummelarbeit einen Wutausbruch zu bekommen. Sie essen erst den Hauptgang und spühlen hinterher den Rest mit einer klaren Suppe aus. Das erklärt auch, wieso die Suppe damals in Peking so eine wässrige war, sie hat nicht den Sinn den Appetit anzuregen, sondern lediglich eine Wasch- und Nachspühlfunktion.)
  •  Eine These: das deutsche „ß“ und das ungarische „sz“ sind verwandt.

1 Kommentar »

  1. Servus Atti,
    Du hast recht mit deiner Klage. Wer fährt denn noch mit dem Bus? Die Heizung scheint so wie bei den Russischen Flugzeugen zu sein. Die sz und das Deutsche ß sind nicht nur gleich mit dem Ungarischen aber auch mit den Slawischen Sprachen. Mein Spelling checker für Deutsch ist momentan nicht arbeitsfähig. Mein Großmutter war Ungarin und mein Vater sprach es zusammen mit Französisch und später mit Deutsch. Nem ertek majyarul is so eines der wenigen Sätze an die ich mich noch erinnern kann.
    Das Klatschen im Reim hab ich auch in Israel gehört. Wusste nicht daß das auch bei den Ungarn üblich ist. Nahm an das wäre aus dem Russischen Gebrauch da so viele von den Juden aus Russland kamen.
    Das Essen in China nach meinem Geschmack war eine Schweinerei. Schwarze Eier? Na für die Olympiade werden sie schon jemand zum kochen einführen. Stäbchen zum essen, Kinder die das lernen sind so wie mit allen auch den brutalsten Verhältnissen einverstanden da sie nicht wissen daß es oft nicht even legal ist was ihnen passiert. So, das wäre für jetzt alles. Adieu Atti

    Kommentar von Attila Gf. MAtuschka — 5.Dezember.2007 @ 3:40


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