Attila Fritzsch in Ungarn!

5.November.2006

Zur Sprache – bewusst der Monatsbilanz nachgestellt

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Irgendwie mache ich keine Fortschritte mit der ungarischen Sprache!

Die Wörter, die man oder ich mir beibringe haben eine Halbwertszeit von wenigen Minuten, da sie einfach zu lang , zu gleich und zu vielfälltig sind. Das Sprechen bleibt ebenso auf einem Level. Ich habe das Gefühl, dass ich in Gesprächen immer weniger verstehe! Das liegt aber (hoffentlich) daran, dass die Leute immer gnadenloser mit der beliebig komplizierten, ungarischen Sprache werden. Es gibt nur 2 Dinge, die sich bei mir wirklich gut entwickeln: Das Zuhören in den Vorlesungen bedarf bis auf wenige Ausnahmen keines Wörterbuchs mehr und ich erschließe mir langsam die (von mir bisher genutzte) Grammatik.

Ich denke mein Problem mit der Sprache ist, dass ich nicht bei Null angefangen habe und immer noch am Sichten des Materials bin. Ich habe sehr wenig Ahnung von der Struktur der Sprache, da ich ausschließlich aus dem Gefühl heraus rede und mir so auch nicht strukturiert Wissen aneignen kann. Wenn ich schreibe, ist das (für die anderen) vor allem lustig, da ich so gezwungen bin, darüber nachzudenken, was ich da eigentlich mache. Aber ich kann mich an nichts festhalten außer einem Gefühl; ich habe einfach nie die Grammatik der ungarischen Sprache gelernt. Das habe ich letztens wieder zu spüren gekriegt, als ein Paar ERASMUS Studenten Konjugationen ungarischer Verben durchgingen und ich ihnen in manchen Fällen einfach nicht helfen konnte. Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass meine Version auch richtig ist. Ich weiß nur nicht warum!
Die Sprache erschließt sich sehr viel schwerer als damals das Englische, weil die Worte sich nicht aus dem Kontext erschließen und ich nicht in der Sprache bleibe. Das Erklären von Worten, die ich nicht weiß, fällt mir somit ungemein schwer, da alle entweder deutsch oder englisch sprechen. So muss man einfach nur Kauderwelsch reden und man versteht sich. Dazu kommt, dass ich hier sehr viel reines Englisch und Deutsch spreche und lese und somit immer wieder aus der Sprache herausfalle. Ungarische Bücher verstehe ich einfach nicht ausreichend, um mich zum Lesen zu motivieren. Was fehlt, ist wohl das auf-ungarisch-Denken, das wird sich so aber auch nicht einstellen.

Ich verstehe jetzt, wieso manche Menschen, die schon seit Jahren in einem Land leben, die Sprache immer noch nicht richtig sprechen können. Was sie können, reicht einfach aus, um zu überleben und irgendwann ist es einem auch nicht mehr peinlich. Aber mir ist das nicht genug!

Das wäre ja alles nicht so schlimm, ich habe eine hohe Frustrationsgrenze, aber in 6 Wochen steht meine erste mündliche Prüfung auf ungarisch an und ich weiß wirklich nicht, wie ich das angehen soll!

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